Die Joiser Heide (Trift)
Über die Joiser Heide führte einst die Straße Neusiedl/See - Wilfleinsdorf, eine sicher sehr alte Verkehrsverbindung, die ca. 2 km weiter beim Bäckerkreuz in den jedenfalls seit der Frühen Bronzezeit genutzten "Bernsteinweg" mündete. Dieser wurde von den Römern aus militärischen und wirtschaftlichen Gründen bis zur Donaugrenze zur Straße "Bernsteinstraße" ausgebaut. Die Joiser Heide war somit unmittelbar an die urzeitliche und römische "Autobahn" Aquileia (Grado) - Carnuntum (Deutsch Altenburg-Petronell), die über die March zur Ostsee weiterführte, angebunden. Auf dem Weg nach Carnuntum oder nach Aquileia marschierten römische Soldaten auf dieser Straße, Händler aus vielen Teilen des römischen Reiches, römische Kaiser wie Augustus, Marc Aurel oder Konstantin d. Gr. benutzen sie auf ihren Reisen, aber auch die aus dem Norden einfallenden Germanen wie die Markomannen. Die Bewohner der Joiser Heide werden nicht nur in römischer Zeit dieser "Verbindung zur großen weiten Welt" ein besonderes Augenmerk geschenkt haben, konnte diese doch sowohl zum Wohlstand der Siedlung (Angebote der Händler) beitragen, aber oftmals auch zu deren Verderben führen.
Südwestlich der Straße liegt eine Quelle (Ochsenbrunnen), Voraussetzung für jede menschliche Siedlungstätigkeit.
Am Ostrand des Plateaus, südlich der ehemaligen Straße, kamen die bisher wahrscheinlich ältesten Funde des Burgenlandes, nämlich Geräte aus Feuerstein, zum Vorschein (Mittelsteinzeit 10.000 - 5.800 v. Chr.). Südlich dieser Fundstelle und im Bereich des Ochsenbrunnens sind Funde aus der Jungsteinzeit (5.800 - 2.300 v. Chr.) bekannt.
Die Frühbronzezeit (2.300 - 1.500 v. Chr.) ist durch Grabhügel und einem Barrenring-Depotfund in dem südlichen vorgelagerten tieferen Gelände nachgewiesen.
Aus der Älteren Eisenzeit (Hallstattzeit 750 - 450 v. Chr.) sind Hügelgräber sowie eine Siedlung im Bereich des Ochsenbrunnens bekannt. Dort gibt es auch ein Körpergrab aus der Jüngeren Eisenzeit (Latène-Zeit 450 - Chr. Geburt).
Östlich des Ochsenbrunnens liegen die Fundamente eines römischen Wirtschaftsgebäudes (Villa rustica). Die dazugehörenden römischen Gräber der späteren Kaiserzeit liegen südlich in der Ebene., jene der frühen Kaiserzeit sind Hügelgräber auf der Joiser Heide. Ebenso wurde ein Bruchstück eines römischen Grabes sowie ein römischer Ziegel mit Stempel gefunden. Aus der Völkerwanderungszeit gibt es eine Nach-Bestattung im Randbereich eines solchen römischen Hügelgrabes ("Die hinkende Germanin von Jois"). Ein Einzelfund bestätigt die Anwesenheit der Awaren auf der Joiser Heide.
Die zu den frühbronzezeitlichen und latène-zeitlichen Gräbern gehörigen Siedlungen konnten bisher nicht gefunden werden.
|