Flaschenreife
Der Zeitraum, den ein Wein in der Flasche lagert.
Flüchtig
Das Bukett hält nicht lange.
Flüchtige Säuren
Gasförmiger Zustand eines festen Stoffes (z.B. Essigsäure), der riechbar ist.
Flurname
s.u. Ried(e)
Fox-Ton (fuchsig)
eigenständiger Geruch bei Weinen von Direktträger (Hybriden), der eher an feuchten Tierfellen als an Frucht erinnert.
Fremdgeschmack
Unsauber, krank. Nicht zu verwechseln mit einem Geschmack, der einem unbekannt ist.
Frizzante
aus dem italienischen: perlend, im Gegensatz zu spumante = schäumend.
Frostgeschmack
Weinfehler; erinnert an Muffton bzw. Korkgeschmack.
Fruchtansatz
Befruchtete Blüten.
Fruchtschmelz
bei hochwertigen Weinen entsteht am Gaumen ein dichter Fruchtgeschmack mit einem schmelzigen Nachgeschmack.
Fruchtzucker
Fructose.
Frühlese
Zur Gewinnung von Traubenmost und Sturm; aber auch witterungsbedingt (z.B. Fäulnis).
Fülle
s.u. Körper
Füllkrank
auch Füllschock; kurz nach der Abfüllung kann der Wein geschmacklich gestört sein.
Fungizide
Spritzmittel zur Bekämpfung von rebschädigen Pilzen (etwa Oidium).
Fuselstoffe
Nebenprodukte der alkoholischen Gärung; steht auch für qualitätsmäßig bedenkliche Produkte.
Ganztraubenpressung
Art der Vergärung, bei der auf das Abbeeren der Trauben verzichtet wird. Bei der Weißwein-Produktion in Österreich in den letzten Jahren vermehrt eingesetzt. Der Vorteil liegt in säurearmen Jahrgängen, um Säure, Frische, Frucht zu erhalten. Der Alkoholgehalt und Extraktgehalt verringern sich dabei geringfügig.
Garagenwein
Moderner Begriff für eine geringe Produktionsmenge eines bestimmten Weines; meistens sehr teuer.
Gärbehälter
Behältnisse (Holz, Beton, Edelstahl) für das Vergären von Wein.
Gärung; gekühlte/kontrollierte
Die alkoholische Gärung bei Wein läuft durch Umwandlung von Zucker in Äthylalkohol mittel eines sauerstofffreien Stoffwechsels von natürlicher und/oder künstlicher Hefe unter Freisetzung von Kohlendioxid ab. Eine bestimmte Temperatur darf nicht überschritten werden, da sonst die Gärung zu stürmisch (besonders bei großen Behältern) und schnell von sich geht und wertvolle Weinbestandteile verloren gehen, andererseit ungewünschte Nebenstoffe sich entwickeln können. Dieses vermeidet man durch kühle Keller, weiters durch Wasserkühlung oder Glykol (schneller, aber teurer als Wasser) der Behälter (Stahltanks). Die Gärung kann - je nach Jahrgang, Gärtemperatur, angestrebter Weintypus - von ein paar Tagen über mehrere Wochen, Monaten bis Jahre dauern (z.B. bei hochwerigen Süßweinen). Bei bestimmten Weinen (etwa Portwein) wird die Gärung mittels Branntwein abgestoppt, um einen Restzucker zu behalten.
Geiztrieb
Im Sommer unerwünschte Jungtriebe, deren Frucht (Traubenansatz) entfernt werden müssen, da sie sonst in Konkurrenz zu den Haupttrauben stehen (Wasser und Nährstoffe).
Geläger
Trubstoffe, die nach dem Abziehen des Weins als Bodensatz im Fass oder Tank zurückbleiben. S.a. Geläger-Brand.
Gelber Muskateller
Sehr traubig, schlank, rassig Kräuterbouquet. Obschon er nach seiner Verbreitung immer noch eine Rarität darstellt, hat diese Spielart der Muskat-Familie in den letzten Jahren immer mehr Interesse erweckt. Schon in der Nase von sehr intensiver Traubigkeit geprägt, erinnern viele Muskateller an Zimt und Zitrusschalen; am Gaumen sind sie im Allgemeinen schlank bis kompakt gehalten, charakteristisch ist eine nervige Säurestruktur. Die bekanntesten Muskateller-Standorte liegen in der südlichen Steiermark, aber auch in der Wachau und rund um den Neusiedlersee setzt man zunehmend auf diese individuelle Rebe, deren Weine eher jung genossen werden sollten.
Gemischter Satz
Früher sagte man: eine Rebsorte im Weingarten ist eine Geige, der gemischte Satz aber (mehrere Rebsorten) ein Orchester. Der traditionelle "Gemischte Satz", der für Schankweine gang und gäbe war und teilweise heute noch ist, wird gekeltert aus Trauben verschiedener Sorten, die in einem Weingarten gemischt stehen und gemeinsam gelesen und ausgebaut werden. Ein Klassiker beim Heurigen oder in der Buschenschank.
Geranienton
Fehlton im Wein; Geruch und Geschmack nach Geranien, verursacht Milchsäurebakterien.
Gerbstoff
Man unterscheidet Gerbstoffe, die von den Traubenkernen und den Beerenschalen stammen; weiters zwischen reifen und unreifen Gerbstoffen. Letztere schmecken holzig, bitter und decken die Frucht zu. Reife Gerbstoffe sind auch für die Flaschenlagerung zwecks Stabilisierung wichtig.
Gerebelt
Trauben werden ohne Stiele gepreßt. Abbeeren; die Beeren vom Kamm befreien.
Geruch
Aroma, Bukett, Duft.
Gesamtalkohol
Summe des wirklich vorhandenen und potentiellen (Restzucker) Alkohols.
Gesamtextrakt
Summe der Weinbestandteile, die bei Erhitzung auf 100 Grad C. sich nicht verflüchtigen. Mindestwerte sind im Weingesetz für Qualitätswein und für Landwein festgelegt.
Gesamtsäure
Titrierbare Säure.
Geschein
Wenn es im Juni in den Weingärten duftet Blüte der Weinrebe. Blütenstände der späteren Beeren.
Geschmack
subjektive Wahrnehmung; es gibt sechs elementare Geschmacksempfindungen: salzig, süß, sauer, bitter, usw.
Gespritet
Bei der Erzeugung mit zusätzlichem Alkohol angereichert (z.B. Portwein).
Gestaubter
auch Staubiger; Jungwein, unfiltriert.
Gestoppt
Gärung wurde unterbrochen; Restzucker bleibt erhalten.
Getoastetes Barrique
Um die Dauben zu einem Fass zusammenfassen zu können, müssen sie über einem offenen Feuer gehalten werden ("getoastet"), damit das Holz "weich" wird. Je nach Wunsch kann es leicht, mittel oder stark gebrannt werden. Die darin ausgebauten Weine nehmen dann Toasting-Geschmacksstoffe in sich auf.
Gewürztraminer
auch Traminer; Qualitätsrebsorte vor allem in der Südoststeiermark (Klöch) und in der Südsteiermark. Teilweise auch im Burgenland und im Weinviertel.
Gipfeln
s.u. Wipfeln
Glühwein
Beliebt in den kalten Jahreszeiten; aus Rot- oder Weißwein mit Würzstoffen.
Gleichgepresster
Weiß- oder Roséwein aus blauen Trauben (die Schalen geben die Farbe, der Saft ist weiß).
Glöger
Heferückstand.
Glühwein
Beliebt in den kalten Jahreszeiten; aus Rot- oder Weißwein mit Würzstoffen.
Glykol
Chemische Verbindung mit hoher Viskosität, die u.a. als Frostschutzmittel und als Kühlmittel bei der Vergärung verwendet wird. Eine Substanz, die auch in kleinen Mengen in Beeren enthalten ist. Ähnelt dem Glyzerin, nur Glykol ist in höheren Mengen giftig.
Glykolsäure
eine hochwertige Säure im Wein in kleinster Menge.
Glyzerin
Dreiwertiger, wertvoller Alkohol; s.u. Kirchenfenster.
Goldmedaille
Wie auch im Sport eine der höchsten Auszeichnungen bei diversen Wein-Prämierungen (z.B. Goldmedaille der Niederösterreichischen Landesweinmesse).
Grand Cru
Großes Gewächs; ursprünglich nur für französische Weine (etwa Burgund) verwendet. Mittlerweile auch in Österreich stellvertretend benutzt für den (angeblich) größten Wein eines Jahrgangs/Betriebes.
Grappa
Tresterbrand (Italien)
Grasig
Geschmack von unreifen Wein.
Grasnarbe
Begrünung.
Graufäule
Grauschimmel; negative Botrytis (unreife Beeren werden befallen).
Gris, Pinot
Ruländer / Pinot gris / Grauburgunder. Ist eine der edelsten Rebsorten und stellt höchste Ansprüche an Boden und Lage. Wahrscheinlich stammt er aus Frankreich (Burgund). Nach Österreich kam er im 14. Jahrhundert durch die Zisterzienser-Mönche von Stift Heiligenkreuz. Kaiser Karl IV. brachte 1375 Pinot-Gris -Setzlinge nach Ungarn, wo der heute noch gültige Sortenname Szürkebarat ("Grauer Mönch") auf die grauen Kutten der Ordensmänner hinweist. Der deutsche Name Ruländer geht auf den Kaufmann Johann Ruland aus Speyer zurück, der den Grauburgunder 1711 erstmals in der Pfalz kultivierte. Der Ruländer kann hierzulande, besonders in der Steiermark, im Kamptal und im Burgenland, sehr gute Qualitäten erbringen, leider ist er eher selten ausgepflanzt - weniger als ein Prozent der gesamtösterreichischen Rebfläche ist mit ihm bestockt. Charakteristisch sind sein hoher Extraktgehalt mit meist geringer Säure und eine ausgeprägte Geschmacks-Nuance von Schokolade am Gaumen bei ausreichender physiologischer Reife der Trauben. Der Grauburgunder eignet sich bestens zur Cuvéesierung mit Weißburgunder, in der trockenen wie in der süßen Vinifizierung.
Groß
Bezeichnung für Spitzenqualität.
Großheuriger
gemeinsames Auftreten der Winzer eines Ortes an einem bestimmten Platz (Straße, Festplatz...). Beliebt als Familienausflug.
Großlagen
Eine Gruppe beieinanderliegender Weinberglagen.
Grün
Unreifer Wein.
Gründüngung
In bestimmten Lagen (Hang- und Terrassenlagen) ist es notwendig den Boden zwischen den Rebzeilen zu begrünen (jede Zeile oder jede zweite), wegen Gefahr von Bodenabschwemmungen bei starken Regenfällen.
Grüner Hahn
Qualitätsverband aus dem Weinviertel.
Grüner Sylvaner
Im Jahr 1665 brachte der damalige Abt von Rein die Sylvaner Rebe nach Ebrach/Franken, dem damaligen Mutterklostert. Sie kam aus dem Teil der Steiermark, der 1918 zu Jugoslawien kam. In Würzburg findet sich eine Inschrift, wonach der damalige Abt von Ebrach, Albert Degen, diese Rebe in Franken verbreitet. War im Burgenland jahrhundertelang von großer Bedeutung, ebenso in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert weitflächig ausgepflanzt. Als für die Hochkultur wenig geeignete Sorte ist er fast ausgestorben, wird jedoch in letzter Zeit aber wieder vermehrt ausgesetzt und ergibt zartfruchtige, jung zu trinkende Weine.
Grüner Veltliner
Pfeffrige Würze, fruchtbetont, nahezu immer trocken, enormes Potenzial. Ein Drittel der gesamten Weinbaufläche nimmt der Grüne Veltliner ein, der damit die mit Abstand häufigste Rebsorte Österreichs darstellt. Diese typisch österreichische Spezialität finden Sie vor allem in den niederösterreichischen Weinbaugebieten nördlich der Donau, wie etwa im Weinviertel, Traisental, Kamptal, Kremstal, Donauland, in der Wachau oder in Wien. Das Spektrum des Grünen Veltliners ist relativ weit reichend: es beginnt bei leichten, spritzigen Weinen, die am besten jung getrunken werden, und reicht bis zu kraftvollen, substanzreichen Gewächsen, die auch lange gelagert werden können. Neu (und erfolgreich) ist das Bemühen, diesen mächtigen Veltliner-Typ durch Barrique-Reifung abzurunden.
Grünfäule
Traubenkrankheit; unreife Beeren werden vom Pilz befallen (Ursachen: Hagel, Sauerwurm).
G'spritzter
Mischung von trockenem Wein, vorzugsweise die Sorten Grüner Veltliner oder Welschriesling, mit Sodawasser oder Mineralwasser im Verhältnis 1:1 (Schorle in Deutschland). Bekömmliches, anregend leichtes Getränk für die heiße Jahreszeit.
Gumpoldskirchner Königswein
Marke des Markenschutzverbandes Gumpoldskirchen (Thermenregion).
Gutsabfüllung
Nach dem Gesetz muß der Abfüller auf dem Etikett genannt werden.
Guyot
Doppelstreckbogen.
Gyropalette
Metallkasten für die Alternative zum manuellen Rütteln von Champagner(Sekt)Flaschen, um die Hefe in den Flaschenhals zu konzentrieren.
Halbsüß
lieblich; 12 bis 45 g/l Restzucker. Halbtrocken
max. 18 g/l Restzucker.
Haltedauer von Weißweinen
Je nach Qualitätsgüte und Vinifizierung können trocken ausgebaute Weine jahrelang gelagert werden, ohne an Primärfrucht zu verlieren (Grüner Veltliner, Riesling, Burgundersorten, Malvasier, Roter Veltliner, Müller-Thurgau, Traminer, Zierfandler). Im hohen Prädikatsbereich bis zu 20 Jahren und länger.
Hanglagen
"Bacchus amat colles" (Bacchus liebt die Hügel) hieß es schon im alten Rom. Daran - auch nicht in Österreich - hat sich bis heute nichts geändet.
Hanstag
27. Dezember; bei der Heiligen Messe wird der neue Wein dem heiligen Johannes geweiht. Durch den Brauch bleibt der Wein von Unheil und Frevel verschont.
Harmonie
Wünschenswertes Gleichgewicht aller Eigenschaften.
Hart
Jugendlicher Wein mit hohem Säuregehalt.
Haustrunk
Quasi der Wein, der nach dem Abpressen noch einmal durch ein Abpressen der Trester erzeugt wird und nicht in den Verkauf kommt, da er den Qualitäts-Ansprüchen nicht entspricht. Bleibt dem Winzer, seiner Familie und Arbeitskräften als Jausenwein vorbehalten.
Hauer
Winzer, Weinhauer, abgeleitet von der "Haue", mit der der Weingarten noch vereinzelt traditionell bearbeitet wird.
Hauersekt
Darf in Österreich nur für Qualitätsschaumwein bestimmter Anbaugebiete (Sekt b.A.) verwendet werden.
Hauptlese
Je nach Witterungsverlauf der wichtigste Erntedurchgang.
Heckenklescher
Volkstümlicher Ausdruck für Weine, die den Gast umhauen. (Hecke=Strauch; kleschen=hineinfallen). Vor allem die Sorte Blauer Wildbacher (Schilcher aus der West-Steiermark) hatte diese Bezeichnung.
Hefe
Am Gärvorgang beteiligte Mikroorganismen. Wilde Hefen stammen aus der Natur und befinden sich auf den Traubenschalen. Weiters werden Reinzuchthefen (Kulturhefen) verwendet. Nach der Gärung setzt sich die absterbende Hefe auf dem Boden des Fasses ab (Geläger).
Hefeabstich/-abzug
s.a. Abziehen.
Hektar
10.000 m2.
Hektoliter
100 Liter.
Herb
Trocken, säurebetont (bei Weißwein); tanninbetont (bei Rotwein).
Heu- und Sauerwurm
Raupen des Traubenwicklers; Traubenschädlinge.
Heurige
Frühkartoffeln
Heuriger
einerseits der Wein des letzten Jahrgangs und andererseits der "Buschenschank", in dem dieser Wein serviert wird. Am Festtag des Hl. Martin - "Martiniloben" (Martiniganslessen), dem 11. November, wird der Wein der letzten Lese als "Heuriger" zum ersten Mal ausgeschenkt; der vorgehende Jahrgang wird zum Altwein
Heurigenexpreß
Wiener Straßenbahnlinie 38 nach Grinzing, für die, die es besonders eilig haben, um zu ihrem Heurigen zu kommen.
Hiatabam
Zeichen, daß ein Weinhüter die reifenden Trauben im Herbst vor Dieben bewacht(e).
Hochfärbig
Durch Oxydation hochfärbiger Wein (dunkelgoldgelb bis Mahagoni). In der Regel haben diese Weine ihren Höhepunkt der Trinkreife überschritten.
Hochkultur
Erziehungsform der Rebstöcke, die in Abständen von 3 - 3,5 m x etwa 1 m gepflanzt und mit 120 - 140 cm hohen Stämmen auf Drähten hochgezogen werden. Vorteile: leichte maschinelle Bearbeitung, höhere Erträge; geringere Frostgefährdung. Ein ers ter Versuchsweingarten mit Hochkultur wurde von Lenz Moser bereits 1923 angelegt. Seit Ende der fünfziger Jahre setzte sich die Hochkultur in allen Weinbauregionen Österreichs durch, wird aber in letzter Zeit zunehmend durch die Mittelhochkultur abgelöst.
Holz
Junges Gebinde-Holz (1-3 jähriges gibt Geschmack in den Wein ab (z.B. Vanille).
Hybride
Direktträger. Nachkommen zweier verschiedener Rebenspezies im Gegensatz zu Kreuzungen zwischen zwei Sorten derselben Spezies. Hybriden sind nach EU-Regeln für die Qualitätsweinproduktion nicht zugelassen.
Impériale
Übergroße Flasche mit einem Inhalt von acht Normalflaschen.
Internationale Stilistik
oft gemeint ist die Vinfikation (z.B. Barrique, Säureabbau, hoher Alkohol tec.), die international sich erfolgreich durchgesetzt hat. Vergleichbare Weintypen, z.B. Bordeaux-Stil.
Interspezifische Rebsorten
Kreuzungen verschiedener Rebspezies z.B. vitis vinifera und vitis lambrusca wichtig für Reblausresistenz bei Unterlagsreben
Inversion
Temperaturumkehr; klimatische Erscheinung; aufgrund von Nebelbildung bleibt es im Tal kalt, über der Wolkengrenze ist es sonnig und wärmer.
Irxen (Geizer, Geizrebe, Geiztraube)
Trauben von Seitentrieben, die meist grün bleiben; gelegentlich wird daraus "Irxenwein" erzeugt.
Jahrgang
Muß auf dem Etikett angegeben werden.
Jeroboam
Große Flasche; entspricht vier Normalflaschen.
Joch
Flächenmaß im Weinbau; 5,7 Hektar.
Joghurt-Aroma
Weinfehler; verursacht während der malolaktischen Gärung.
Jubiläumsrebe
Weißweinsorte mit geringer Bedeutung; Kreuzung Blauer Portugieser x Blaufränkisch.
Jungfernlese
Erste Lese eines neuausgepflanzten Weingartens.
Junker
Jungwein-Typus aus der Steiermark; besitzt in den letzten Jahren einen Kultusstatus wie früher Beaujolais -Primeur.
K & K
Kamptal-Klassik; Markengemeinschaft im Kamptal.
Kabinett
Qualitätswein mit einem Mindestmostgewicht von 17 Grad KMW, Aufbesserungsverbot, Alkoholgehalt höchstens 12,7 Vol% und Restzucker höchstens 9 g/l; Export nur in Flaschen möglich. Zählt im Gegensatz zum deutschen Weingesetz nicht zu den Prädikatsstufen.
Kahmig
Fehlerhafte Weine.
Kaisermischung
Mischung aus Wein und Apfelsaft. In der Oststeiermark als Erfrischungsgetränk beliebt.
Kaliumsalz
s.u. Weinstein
Kaltvergärung
s.u. Gärung
Kamm
Stil des Blütenstands; Rappen.
Kapselabschneider
Nützliches Hilfsmittel, um die Kapsel (aus Kunststoff, Stanniol, Blei) sauber abzuschneiden.
Käse
Einerseits durch Gärfehler erzeugter Geschmack, andererseits Reifeton in bestimmten Rotweinen.
Kellergasse, Kellerviertel
Das sind kleinere, oft jahrhundertealte Kelleranlagen, meist an Ortsrändern nebeneinander angelegt. Das Presshaus liegt knapp unter dem Erdniveau. Der so genannte Kellerhals verbindet die vorderen Räume mit dem eigentlichen Lagerkeller, in dem die gleich bleibende Kellertemperatur herrscht. Vor allem in Niederösterreich und im Burgenland gibt es viele dieser romantisch anmutenden Kelleranlagen.
Kellergassenfest
Fest in einer Kellergasse mit "offenen Kellertüren", Weinkost, Umzug ...
Kellerpartie
Gemütliches Beisammensein in einem Hauerkeller; beliebter Wochenendtrip der Österreicher zu "ihrem" Winzer.
Kellerschimmel
"cladosporium cellarii", ein spezifischer Pilz, der in feuchten Kellern zu hause ist und sich von Alkohol in der Atmosphäre nährt. Am Flaschenhals verlangsamt er die Reifung und schützt den Korken.
Kellertemperatur
Optimale Temperatur zwischen 8 und 10 Grad C. Je niedriger die Temperatur ist, desto langsamer entwickelt sich der Wein. Bei zu hoher Temperatur Gefahr von Oxydation.
Kellertraube
Trauben für die Gewinnung von Wein. Tafeltraube.
Keltern
Abpressen; Kelter=Presse. Früher hauptsächlich händisch mit der Baumpresse, heute maschinell mit modernen Zentrifugen.
Kerner
Kreuzung von Trollinger x Riesling (1929), vor allem in der Südsteiermark beheimatet. Geringe Bedeutung.
Kerzenfiltration
Die schonendste, aber auch teuerste Methode, einen Wein zu filtrieren.
Kieselgurfiltration
Kieselsol wird zur Schönung eingesetzt, um unerwünschte Trübungen wie Proteine zu absorbieren. Ist billiger als Bentonit, da dieses aus Amerika importiert werden muss (Transportkosten).
Kirchenfenster
Die an der Glaswand langsam herablaufenden Tropfen. Entsteht durch Glyzerin (Fett). Desto dichter die Fenster, desto konzentrierter, extraktreicher der Wein.
Klapotetz
Ein Gestell, das Vögel verjagen soll, die Trauben fressen. Touristische Attraktion vor allem in der Steiermark.
Klar
Wein ohne jegliche Trübung.
Klärung
s.u. Filtration
Klein
Leichter Wein.
Kleinklima
s.u. Mikroklima
Klevner
Der Weißburgunder wird in der Steiermark "Klevner" genannt. Verwandte sind Chardonnay, Morillon und Auxerrois. Er ergibt leichte bis alkoholreiche Weine und hat oft ein geringes Eigenaroma. Geringe Bedeutung.
Klimaschrank
Weinkühlschrank mit stufenloser, konstanter Temperaturregelung, richtige Luftfeuchtigkeit und Belüftung.
Klon
Im Weinbau versteht man hierunter eine Vielzahl von Reben, die allesamt auf dem Weg der vegetativen Vermehrung, durch Edelreiser bzw. Stecklinge von einer Mutterrebe gewonnen wurden. Das Ziel ist es, Rebmaterial zu bekommen, daß für verschiedene geologischen und klimatischen Ansprüche geeignet ist.
Klosterneuburger Mostwaage (KMW)
Senkspindel zur Messung des Zuckergehalts im Most, der auf einer Skala in Prozent angezeigt wird; 1 Grad KMW=4,86 Öchsle. Die Klosterneuburger Mostwaage ist ein ausschließlich in Österreich gebräuchliches Maß für das Mostgewicht.
Knospe
s.u. Auge
Kohlensäure
Schmeckbar auch im "stillen" Wein; leicht prickelnd.
Konservierungsmittel
In Österreich bis zum EU-Beitritt verboten; z.B. Sorbinsäure.
Kontrollierte Gärung
Die Behältnisse (meist aus Stahl) werden mit Wasser (in Italien auch mit Glycol) von außen oder innen überflutet, damit eine bestimmte Temperatur nicht überschritten wird.
Kordonerziehung
Mehrjährige Stammverlängerungen, auf denen die Fruchtruten wachsen.
Korkbrand
Auf jedem Korken wird an der Außenseite der Name des Produzenten mit durch einen Korkbrand "verewigt".
Korken
Elastischer, zylinderförmiger Verschluß für Weinflaschen, der den Ausfluß von Wein andererseits und andererseits den Zutritt von Sauerstoff verhindert. Die geringe Menge an Sauerstoff, die dennoch in Laufe der Jahre durch den Kork in die Flasche kommt, ist notwendig für die Reifung des Weines (Mikrooxydation). Der normale Korken hat einen Durchmesser von 24 mm und wird in einen Flaschenhals mit 18 mm Durchmesser gepresst. Sektkorken (31 mm für einen Flaschenhals von 17,5 mm Durchmesser) bestehen aus drei miteinander verleimten Korkschichten. Billige Korken werden aus Korkmehl und -schnitzel gepresst. Auch in der Länge sind Korken verschieden, besagen aber prinzipiell nichts über eine bessere Qualität aus. Weine etwa aus dem Weinviertel mit einem kurzen Korken präsentierten sich nach Jahrzehnten wunderbar. Der Korken muss feucht gehalten werden, also Flaschen liegend aufbewahren, im Gegensatz zu Bränden, die stehend gelagert werden, damit der Alkohol nicht den Kork zerstört. Fast ausschließlich ist der Kork mit einer Kapsel bedeckt. Früher enthielten die besseren Kapseln Blei, ist heute aber (in der EU) aus Umweltgründen verboten. Die meisten bestehen heute aus Aluminiumfolie, deswegen aufpassen vor Schnittverletzungen! Korkenzieher gibt es viele, praktische und unnötige. Am besten haben sich noch die Modelle mit dem Schmetterling-Prinzip und Screwpull bewährt, die nur einen Nachteil haben: mitunter bröselt der Kork und Spuren sind im ersten Glas zu sehen. Sogenannte Kellnerbestecke besitzen den Vorteil, den Korken behutsam herauszuziehen (Vorteil vor allem bei älteren Flaschen). Bei jungen Flaschen benötigt man aber unter Umständen viel Kraft damit. Tip: Falls der Kork abbrechen sollte, gehen sie schräg mit der Spindel in den Korken, und wenn sie Widerstand verspüren, drehen Sie weiter und ziehen den Restkork hinaus.
Korkengeld
Auch Stoppelgeld; Usus, wenn man in einem Restaurant selbst mitgebrachte Flaschen konsumiert. Die Höhe ist Verhandlungssache.
Korkgeschmack
Ein Phänomen, was immer wieder auftritt, leider. Der Wein besitzt einen muffigen ("Kartoffelkeller"), chemischen Geruch und macht den Wein wertlos. Ursachen können Pilzbefall oder auch Reste eine Sterilis ierungsmittels sein. Ein "versteckter" Kork macht sich dadurch als erstes bemerkbar, daß die Frucht des Weines verloren gegangen ist.
Körper
Gesamtextrakt.
Körperreich
Ein Wein mit reichlich Extraktstoffen und Alkohol wirkt körperreich, ausladend.
Koscher
Ein Wein, der nach genauen Vorschriften erzeugt wird, damit auch strenggläubige Juden auf ihn nicht verzichten müssen - koscher: genießbar.
Kracherl
Zitronenlimonade
Kreszenz
Meint einen hochwertigen Wein.
Kreuzung
Zwei Rebsorten werden miteinander gekreuzt, um Vorteile (z.B. Frühreife) beider Sorten in einer zu vereinigen (z.B. Müller-Thurgau).
Kristalle
In einer Flasche (meistens Weißwein), auf der Unterseite eines Korkens oder an den Fasswänden sind oft Kristallablagerungen zu sehen. Es handelt sich um Weinstein. Kein Weinfehler.
Küferei
Fassbau, Böttcherei.
Kunststoffkork
In den letzten Jahren auf den Markt gekommen; eine Alternative gegenüber den Korkgeschmack. In der Regel nur sinnvoll bei Weinen, die in den ersten beiden Jahren nach der Lese getrunken werden. Für eine längere Lagerung benötigt der Wein eine Sauerstoffzufuhr, die der Plastikkork nicht zulässt.
Kurz
Wein ohne Abgang, ohne Nachgeschmack.
Lage
In Österreich Ried(e).
Lagerfähigkeit
Entscheidend ist die Qualitäts des Weines, Rebsorten, guter Kork, sowie optimale Lager-Bedingungen (kühl-feuchter Keller bei konstanten Temperaturen; optimal 10 bis 12 Grad C.). Ein gehaltvoller Weiß- oder Rotwein kann nach zwei Jahren schon mehr Genuß deutlich bedeuten. Tip: lassen Sie den gekauften Wein zwei bis drei Wochen in Ruhe. Wein ist ein lebendiges Naturprodukt und nimmt auch Erschütterungen oder Temperaturschwankungen wahr, was die Qualität beeinträchtigen kann. Und niemals Wein länger als 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren! Sonst schmecken sie im Glas alles, was sonst noch so im Kühlschrank lagert!
Landwein
Wein aus Trauben von Qualitätsrebsorten mit einem Mindestmostgewicht von 14 Grad KMW.
Lebendig
Leichte, frische, oft spritzige Weine.
Leer
Schwacher Körper.
Leicht
Gering an Alkohol und zumeist an Körper.
Leichter Körper
Gering in Extrakten und Alkohol; sog. Jungweine (etwa Steirischer Junker oder Primeur).
Les´Hanl
Gemeinschaftsmarke für Neuburger aus Pfaffstätten (Thermenregion).
Leutgeben
Den Leuten eine Stube geben. Urform des Heurigen/Buschenschank.
Lieblich
Einerseits Weine mit einem gesetzlich vorgeschrieben Restzuckergehalt; andererseits Weine, die einen lieblichen, also nicht herben, trockenen Eindruck hinterlassen.
Lie(s)
Franz. Hefesatz (Geläger) - sur lie: ein Wein direkt von der Hefe abgezogen.
Limberger
In Deutschland Synonym für Blaufränkisch (Lemberger).
Limousin
Gegend im nördlichen Mittelfrankreich, woher das beliebte Eichenholz herkommt; zumeist für Cognac verwendet, da ein kräftiges Holz mit ausgeprägten Duftaromen.
Liquoreux
Ausdruck für einen süßen und alkoholreichen Wein.
Luftton
Oxydationserscheinung; die Flasche war zu lange offen.
Lyra-Erziehung
Reberziehungssystem, bei dem das Laubdach in zwei nach oben aufgebundene Gruppen von Trieben aufgestellt ist, so dass ein Lyra-ähnliches Aussehen entsteht. Verbesserungen sind Laubdachmikroklima und günstigere Sonneneinstrahlung von Laub und Frucht. In Österreich selten angewendet.
Macération Carbonique
Kohlensäuremaischung.
Maderisiert
Irrtümlich für Weine bezeichnet, die oxidiert sind. Dieser Begriff sollte bei alkoholstarken Weinen Anwendung finden, die - meist durch Erwärmung leicht oxidiert - einen Madeiraähnlichen Geschmack erhalten haben. Früher wurden auch viele Sherry so behandelt, in dem man die Fässer im Freien aufgestellt hat und sie in der Sonne "braten" ließ. Solche Weine sind heute kaum mehr mehr anzutreffen.
Magnum
Flasche mit 1,5 Liter Inhalt.
Maische
s.u. Gärung Die festen Stoffe der Trauben (ohne Stiele). Die erste Stufe der Weinbereitung. Die zweite ist dann die Gärung, nachdem man die festen Bestandteile entfernt hat.
Maischestandzeit
s.u. Gärung
Makroklima
Regionalklima im Umkreis von zehn bis hunderte Kilometer.
Malolaktik, Malolaktische Gärung
zweite Gärung, in dessen Verlauf die aggressive Apfelsäure in die weichere Milchsäure umgewandelt wird; der Wein wird samtiger, weicher im Geschmack. Vor allem bei der Rotweinerzeugung eingesetzt.
Malvasier (Frühroter Veltliner)
Stammt wahrscheinlich aus dem norditalienischen Valtellina und ist eine der ältesten in Österreich gezogenen Sorten, die ursprünglich meist im Mischsatz "versteckt" war und als Tafeltraube beliebt war.
Martiniloben
Brauchtum im November.
Massenertrag
In der Regel große Ertragsmenge=geringe Weinqualität.
Master of Wine
Berühmteste und anspruchsvollste Qualifikation im Weinhandel, ein Titel, den man durch Bestehen einer jährlich im Mai vom Institute of Masters of Wine (London; 1955 gegründet) abgehaltenen Prüfung erwirbt.
Matthias Corvinus
Markengemeinschaft aus Retz (Weinviertel).
Mäuseln
Weinfehler. Macht sich am Gaumen durch einen Mäuselton bemerkbar.
Medizinalwein
Wein mit Zusätzen; darf nur in Apotheken abgegeben werden; unterliegt nicht dem Weingesetz.
Meisterweine
Gemeinschaft von Weinbau- und Kellermeister aus Niederösterreich.
Mehltau
Echter; Falscher. Zwei Rebstockkrankheiten.
Mengenbeschränkung
Wurde 1991 ins Gesetz aufgenommen; legt die Erntehöchstmengen pro Hektar bei Qualitäts -, Land- und Prädikatsweinen fest.
Merlot
Blaue Rebsorte; berühmt für Rotweine aus St. Emilion und Pomerol (Frankreich). In Österreich geringe Fläche.
Mesoklima
Lagenklima; Topoklima. Zwischenbereich zwischen dem Makroklima und Mikroklima; zehn bis einige hunderte Meter.
Meßwein
Wein für die hl. Messe; darf weder aufgebessert noch entsäuert werden.
Met
Honigwein, Obstwein.
Metallgeschmack
Selten; einerseits durch zu lange Lagerung in Metallbehältnissen, andererseits mineralische Spurenelemente im Wein.
Méthode champenoise
Das in der Champagne entwickelte klassische aufwendige Verfahren zur Herstellung hochwertiger Schaumweine. Begriff innerhalb der EU nur für Produkte aus der Champagne erlaubt.
Methusalem
Große Flasche, deren Inhalt sechs Normalflaschen entspricht.
Mikroben
Mikroorganismen.
Mikroklima
Im Weinbau handelt es sich um bestimmte Stellen zwischen den Rebzeilen oder in einer gewissen Höhe über den Boden. Weicht oft vom Makroklima ab, da dieses durch Boden und Laubarbeit sowie durch Reberziehungsformen nicht beeinflusst wird.
Mikrooxydation
Ausbau in kleinen Holzfässern (Barriques); i.Ggs zum reduktiven Ausbau (Stahltanks). Das Holz ist luftdurchlässig. dadurch reift der Wein, während er im Stahl luftdicht abgeschlossen ist.
Milchsäurestich
Milchsäure ist eine milde Säure im Wein. "Stich" bezeichnet einen Wein, bei dem der biologische Säureabbau nicht perfekt verlaufen ist. S.u. Gärung, Säureabbau.
Mild
Wein mit geringer Säure bzw. Tanninen.
Mineralische Note
Bestimmte Weine weisen mineralische Geschmacksnoten auf, die von bestimmten geologischen Verhältnissen (etwa Schiefer, Marmor) stammen; z.B. Wachau. Besonders in trockenen Jahrgängen ist der mineralische Ton stärker, da die Wurzeln tief ins Gestein hinunterführen und dort Feuchtigkeit aufnehmen, damit auch mineralische Substanzen.
Mischung vs. Gespritzter
Beliebtes Getränk aus Wein und Mineralwasser (in der Steiermark Mischung).
Mollig
Milde Weiß- und Rotweine; bei Weinen i.d.R. mit Restzucker.
Morillon
Bezeichnung für Chardonnay in der Steiermark; in Nordostfrankreich für Pinot Noir und früher in Chablis für Chardonnay.
Most
Traubensaft vor der Gärung Zwischenstadium zwischen Traubensaft und Wein.
Mosterwärmung
Geringe Erwärmung des Mostes, um den Gärstart zu beschleunigen; bestimmte Hefen wirken erst ab einer bestimmten Temperatur.
Mostgewicht
Maß für den Reifegrad der Trauben; die Grundlage bildet die Konzentration der im Traubensaft oder Most gelösten Inhaltstoffe. Diese bestehen zu etwa 90% aus vergärbaren Zucker. Etwa 16 Gramm Zucker ergeben 1% Alkohol.
Mostkonzentration
Einerseits die Dichte an Zucker im Most, andererseits Verfahren, um den (verwässerten) Most zu konzentrieren.
Mostkühlung
Der Most wird gekühlt, damit eine bestimmte Temperatur nicht überschritten wird und eine Oxydation verhindert.
Mostwaage
s.u. Öchsle/Oechsle, Klosterneuburger Mostwaage (KMW). Aber auch das Wiegen der Trauben und die Messung von Zucker bei der Traubenübergabe (Genossenschaften) der einzelnen Mitglieder/Winzer.
Mostwäger
Stellt bei der Traubenübernahme das Gewicht und den Gehalt an Zucker (Qualitätskontrolle) fest.
Müller Thurgau
Leicht muskatig, rund, weich. Diese Rebsorte verdankt ihren Namen dem Schweizer Botaniker Hermann Müller aus Thurgau und entstammt einem seiner Kreuzungsversuche von Riesling mit Gutedel. In den meisten Fällen erbringt der Müller Thurgau einen eher säurearmen, runden Wein von leicht muskatigem Bukett und mildem Geschmackseindruck. Abgesehen von Prädikatsweinen aus dieser Sorte sollte der Müller Thurgau vorzugsweise im ersten Jahr nach der Lese, also als ganz junger Wein, getrunken werden.
Muffig
Fehlerhafter Wein mit Schimmelton.
Mulch
Vor dem Winter wird der Weingartenboden mit organischen Materialien abgedeckt (oft Stroh).
Muskat
Eine Geschmacksnote bei der Sorte Muskateller.
Mutation
Natürliche, genetische Entstehung einer neuen Rebsorte im Weingarten.
Nachhall
s.u. Abgang.
Narbe
s.u. Geschein.
Nase
Weinjargon für Duft (Aroma oder Bukett); durch die Nase schmeckt man auch (wer verschnupft ist, schmeckt nichts).
Naturhefe
Wilde Weinhefe.
Naturwein
Biowein, Ökowein. Manchmal missverständlich verwendet, denn Qualitätswinzer produzieren im Einklang mit der Natur und nicht gegen sie.
Nervig
Bezeichnet Weine mit einem guten Säure-Gerüst, ohne aber spitz oder hart zu wirken.
Netze
Schützen vor Traubenfraß.
Neuburger
Nussartig, gehaltvoll, mild. Nach der Überlieferung hat der Donaustrom Österreich diese ureigene Sortenspezialität geschenkt. So soll im Jahre 1850 in der Wachau eine unbekannte Rebe angeschwemmt worden sein, die von den Weinbauern flugs angepflanzt und Neuburger getauft wurde. Der Neuburger erbringt vornehm -zurückhaltende, manchmal im Duft etwas neutrale Weine von kraftvoller, weicher Art; charakteristisch sind feine, nussartige Aromen. Interessante Neuburger gibt es etwa in der Thermenregion, im Burgenland oder in der oberen Wachau zu entdecken.
Neuzüchtung
Kreuzung aus zwei Rebsorten; z.B. Müller-Thurgau (Riesling x Gutedel).
Noah
Weiße Amerikaner-Rebe; im Uhudler (Südburgenland).